
Die Kiesgräber bei Ferschweiler zählen zu den außergewöhnlichsten archäologischen Zeugnissen der Region. Die gallorömische Begräbnisstätte entstand vermutlich im 2. Jahrhundert nach Christus und gewährt bis heute spannende Einblicke in die Bestattungskultur der damaligen Zeit.
Auf einem Blick
📍 Standort: Westlich von Ferschweiler
🏺 Epoche: Gallorömische Zeit (2. Jahrhundert n. Chr.)
🌿 Umgebung: Mitten in der Natur des Ferschweiler Plateaus
🚶 Zugang: Frei zugänglich
Woher stammt der Name „Kiesgräber“?
Die Herkunft des Namens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Manche vermuten einen Zusammenhang mit dem Wort „Kriegsgräber“, andere führen die Bezeichnung auf das Dialektwort „Kies“ für Käse zurück, da die steinernen Abdeckungen an Käseschachteln erinnern. Eine gesicherte Erklärung gibt es jedoch nicht.
Eine letzte Ruhestätte in Stein
Die Menschen der gallorömischen Zeit nutzten die flachen Sandsteinfelsen westlich von Ferschweiler als Begräbnisplatz. In den gewachsenen Sandstein meißelten sie rechteckige Vertiefungen, in denen Totenasche und Grabbeigaben beigesetzt wurden. Daneben entstanden steinerne Grabkisten, die mit kunstvoll bearbeiteten Decksteinen verschlossen wurden.
Besonders bemerkenswert sind die sogenannten Hüttengrabsteine. Diese haus- oder dachförmigen Steine symbolisierten den Verstorbenen eine letzte Wohnung und spiegelten damit die damaligen Jenseitsvorstellungen wider.
Archäologische Besonderheit
Die Kiesgräber von Ferschweiler gelten als die ersten bekannten Funde von Gräbern mit Hüttengrabsteinen im Trierer Raum. Noch heute sind zwischen den bemoosten Sandsteinfelsen mehrere Decksteine erhalten.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist ein halbwalzenförmiger Deckstein. Auf seiner Vorderseite zeigt eine erhabene Darstellung ein kleines Haus mit Giebeldach, dessen Dachenden deutlich hervortreten. Dieses einzigartige Motiv macht die Kiesgräber zu einem bedeutenden Zeugnis gallorömischer Bestattungskultur.

Die Kiesgräber heute
Heute laden die Kiesgräber dazu ein, auf den Spuren der Geschichte zu wandeln. Eingebettet in die Landschaft des Ferschweiler Plateaus verbinden sie Natur, Kultur und Archäologie auf besondere Weise und zählen zu den bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.
