Steinerne Kreuzmale


Steinerne Kreuzmale Ferschweiler auf dem Ferschweiler Plateau

Die steinernen Kreuzmale von Ferschweiler gehören zu den ältesten Zeugnissen der Dorfgeschichte. Viele von ihnen stehen an jahrhunderte- oder sogar jahrtausendealten Wegkreuzungen und erinnern an die lange Besiedlung des Ferschweiler Plateaus.

Wegkreuzungen spielten im Volksglauben seit jeher eine besondere Rolle. Sie galten als Orte der Begegnung zwischen der sichtbaren und der verborgenen Welt. Zahlreiche Sagen und Überlieferungen berichten von Geistern, Verstorbenen und geheimnisvollen Ereignissen an diesen besonderen Orten. Viele der heutigen Kreuzmale knüpfen an diese alten Traditionen an.

Auf einem Blick
📍 Standorte: Mehrere Wegkreuzungen rund um Ferschweiler
🏛️ Alter: Vom 18. Jahrhundert bis zu deutlich älteren Ursprüngen
📖 Besonderheit: Verbindung von Volksglauben, Geschichte und Christentum
Bekannte Kreuzmale: Barzenkreuz, Naj Kreizjen, Fraubillenkreuz
🥾 Erlebnis: Ideal für Wanderungen und kulturhistorische Entdeckungen

Das Barzenkreuz

Das Barzenkreuz, im Volksmund „Baazekreiz“ genannt, steht an der Kreuzung des Klaisjeswe und der Wolleskäll. Es wurde im Jahr 1796 auf Veranlassung der Familie Barzen errichtet. Der Überlieferung nach entstand das Kreuz aus einem bereits vorhandenen Säulenstein, der möglicherweise deutlich älter ist und sogar auf einen vorgeschichtlichen Menhir zurückgehen könnte.

Das Naj Kreizjen

Das „Naj Kreizjen“ („Neues Kreuz“) soll vom Ferschweiler Steinmetz und Maurer Jakob Millen geschaffen worden sein. Der untere Teil des Kreuzes, eine Art steinerner Altartisch, wurde vermutlich um 1850 gefertigt. Das aufgesetzte Kreuz selbst stammt wahrscheinlich aus der Zeit um 1780 und diente zuvor als Grabkreuz auf dem alten Friedhof bei der „al Kiäsch“, der ehemaligen Pfarrkirche St. Luzia.

Das Fraubillenkreuz

Zu den bekanntesten Kreuzmalen der Region zählt das Fraubillenkreuz im Nordosten des Ferschweiler Plateaus. Der Sage nach handelte es sich ursprünglich um einen heidnischen Opferstein. Nach der Einführung des Christentums soll der heilige Willibrord den Stein in ein Kreuz umgewandelt haben. Heute zählt das Fraubillenkreuz zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Südeifel.

Zeugnisse einer langen Geschichte

Die steinernen Kreuzmale verbinden Geschichte, Volksglauben und christliche Tradition auf einzigartige Weise. Sie erzählen von alten Wegen, verschwundenen Grenzen und den Menschen, die über Jahrhunderte auf dem Ferschweiler Plateau lebten. Wer die Kreuzmale besucht, entdeckt nicht nur beeindruckende Steinmetzarbeiten, sondern auch ein Stück der kulturellen Identität Ferschweilers.

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